
Gipsabguss einer römischen Marmorstatue
um 125 n. Chr. geschaffen
J. P. Getty-Museum in Malibu Inv. Nr. 70AA109
Die römische Statue in Malibu ist die Kopie eines bekannten bronzenen Originals, welches vermutlich vom griechischen Bildhauers Skopas von Paros (340 / 330 v. Chr.) angefertigt wurde.
Die Darstellung zeigt Herakles (für die Römer: Hercules), den wohl Berühmtesten aller antiken Helden: Gegen seine linke Schulter hat er die Keule gelehnt, während er in der herabhängenden Rechten das Fell des nemeischen Löwen hält. Die erste der zwölf Taten des Herakles besteht darin, dieses Untier zu erlegen.
Hier ist Herakles, schon fast entspannt wirkend, im Moment just nach der Vollbringung seiner Heldentaten zu sehen: Nachdem die 12 Aufgaben erfüllt sind, wird er von den Göttern in den Olymp aufgenommen. Sowohl die Nackheit als auch die Wulstbinde, welche Herakles im Haar trägt, werden als bildliche Kennzeichen für Götter oder Heroen verwendet.
Die römische Original-Statue wurde 1790 nahe der Villa des Kaisers Hadrian (regierte 117-138 n. Chr.) in Tivoli gefunden. Sie gehört vermutlich zu der prunkvollen und umfangreichen Ausstattung der kaiserlichen Villa.
Hier in der Sonderausstellung „Sizilien – Insel der Arethusa“ steht diese Statue für die Abenteuer des Helden, der nach der Erledigung der zehnten Tat – Diebstahl der Rinder des Geryoneus – einige Erlebnisse besonders im Norden der Insel hat. Dort erschließen die Nymphen im Gebiet, in dem später Himera bzw. Thermai Himeraiai gegründet werden, warme Quellen, damit der Heros sich erholen kann. Später gelangt er nach Syrakus und opfert dort der Demeter und Persephone und gründet Festspiele für die beiden Göttinnen an der Quelle Kyane.