Die Lebenserwartung im Altertum ist deutlich geringer als heute. Ältere Mitbürger genießen eine hohe Achtung. Dies wird durch besondere Gremien in staatlichen Organisationen deutlich: Der Ältestenrat (gerousia) gilt vor allem in Sparta und Athen als einflussreiches Gremium. Der römische Senat setzt sich zusammen aus den senes (ältere kompetente Mitbürger) und patres (Oberhäupter angesehener Familien). In der darstellenden Kunst gibt es bis ins 4. Jh. v. Chr. nur äußerst wenige Darstellungen alter Menschen. In der Vasenmalerei werden mythische Alte wie Anchises (1) oder Priamos mit Halbglatze und weißem Haar stilisiert. Durch das Theaterwesen werden dann häufig ältere Charaktere festgeschrieben, die insbesondere ab ca. 400 v. Chr. in der Vasenmalerei und ab ca. 320 v. Chr. in Terrakottafiguren überliefert sind. Im Hellenismus werden erstmals im 3. Jh. v. Chr. lebensnahe und vom Alter gezeichnete Menschen zu einem breiteren Thema in der Bildhauerei. Insbesondere die Statuen von alten Fischern und Landleuten sowie ergraute Marktfrauen und die sog. trunkene Alte setzen schonungslos alte Menschen in Szene. In Philosophenbildnissen begegnen Alterszüge als typische Erscheinungsform der Denker. So wird auch Diogenes, der für antike Verhältnisse erstaunliche 90 Jahre alt geworden ist, mit Halbglatze und durchfurchter Denkerstirn dargestellt. Diese bisweilen überzeichneten Altersmerkmale sind niemals herabwürdigend gedacht, so wie es auch die vielen Statuetten aus Ton – alte Frauen (1-4) und alte Männer (6-9) – verdeutlichen können.
Objekt 1 | Kopf
Kopf einer alten Frau aus Ton
Objekt 2 | Kopf
Kopf einer alten Frau aus Ton
Objekt 3 | Kopf
Kopf einer alten Frau aus Ton
Objekt 4 | Kopf
Kopf einer alten Frau mit Modefrisur aus Ton
Objekt 5 | Statuette
Statuette eines gebeugt laufenden alten Mannes aus Ton
Objekt 6 | Statuette
Fragment einer Statuette eines alten nackten Mannes aus Ton
Objekt 7 | Statuette
Fragment einer Statuette eines Philosophen aus Ton
Objekt 8 | Kopf
Kopf eines Philosophen (Sokrates?) aus Ton
Objekt 9 | Vorratsgefäß (amphore)
Flucht aus Troja
Objekt 1 | Kopf

Kopf einer alten Frau
aus Ton
aus Ägypten
ca. 100-300 n. Chr.
Inv. 434 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn
Objekt 2 | Kopf
Kopf einer alten Frau mit Modefrisur
aus Ton
aus Ägypten
ca. 100-125 n. Chr.
Inv. 1153 – ehemals Münsteraner Sammlung
Objekt 3 | Kopf
Kopf einer alten Frau
aus Ton
aus Ägypten
ca. 225-250 n. Chr.
Inv. 428 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn
Objekt 4 | Kopf mit Modefrisur

Kopf einer alten Frau
aus Ton
aus Ägypten
ca. 290-300 n. Chr.
Inv. 435 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn
Objekt 5 | Statuette
Statuette eines gebeugt laufenden alten Mannes
aus Ton
aus Sardeis (Anatolien)
römische Kaiserzeit (ca. 100-300 n. Chr.)
Inv. 2884 – ehemals Sammlung Ernst-Ulrich Walter
Objekt 6 | Fragment einer Statuette
Fragment einer Statuette eines alten nackten Mannes
aus Ton
Herkunft unerforscht
noch unerforscht
Inv. 1030 – ehemals Sammlung Eheleute Görtz-Strötgen
Objekt 7 | Fragment einer Statuette

Fragment einer Statuette eines Philosophen
aus Ton
aus Ägypten
ca. 180-220 n. Chr.
Inv. 402– ehemals Sammlung Otto Rubensohn
Objekt 8 | Fragment einer Statuette

Fragment einer Statuette eines Philosophen (Sokrates?)
aus Ton
aus Ägypten
ca. 200-230 n. Chr.
Inv. 405 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn
Objekt 9 | Vorratsgefäß (Amphore)
Vorratsgefäß (amphora)
aus Ton
aus Athen – attisch-schwarzfigurig
lucht aus Troja: Aeneas trägt seinen Vater Anchises, li. seine Mutter Aphrodite, re. seine Ehefrau Kreusa
um 500 v. Chr.
Inv. 738 – Stiftung der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
Weiter Informationen finden Sie hier:
https://westfalen.museum-digital.de/singleimage?imagenr=2873



























