Neben Arethusa begegnen uns auf sizilischen Münzen zahlreiche weitere Nymphen, die für die enge Verbindung zwischen Naturraum, Mythos und lokaler Identität stehen. Sie symbolisieren das Göttliche in der Natur, sind zugleich ihre Schutzgottheiten und werden so zu städtischen Repräsentantinnen.
Das Bildnis der Arethusa (1-3) wird inklusive der Rahmung durch die Delphine von anderen Städten (4-5) übernommen, auch von punischen Siedlungen (6-12); die Dreiviertelansicht zeigen Motya (13), Segesta (14). Die weitreichende Wirkung erklärt sich durch den Einfluss von Syrakus, die hohe Akzeptanz des dortigen Geldes und die besondere Rolle des Wassers auf Sizilien. Kamarina schützt den heute verlandeten See im Hinterland der gleichnamigen Stadt: Die Münzen zeigen auf der einen Seite die Nymphe, auf der anderen einen Schwan auf einer Wellenlinie (15). In Messana begegnen uns zwei Nymphen: Hier übernimmt Messana die Zügel der Maultierbiga (16-17, s. Vitrine „Pferdesport und Wettkampf“). Pelorias (18) ist eine Bergnymphe; sie steht für das Kap Pelorias, die nordöstliche Spitze Siziliens. Omnipräsent in Segesta ist die Nymphe Aigeste (19-23). Aus ihrer Verbindung mit dem Flussgott Krimisos (s. Vitrine „Gewaltige Flussgötter“) stammt der Stadtgründer. Auf Silbermünzen aus Selinus sind die Nymphe Eurymedusa und eine Schlange (24) abgebildet, deren Bedeutung unklar ist; sie mag als Wächterin einer Quelle verstanden werden.
Himera zeigt seine Ortsnymphe beim Opfer an einem Altar (s. Vitrine „Eine neue Dimension“). Im Hintergrund duscht ein Satyr unter einem Löwenkopfwasserspeier – ein lebendiges Spiel mit dem Thema Wasser. In der Nachfolgesiedlung Thermai Himeraiai werden die dortigen heißen Thermalquellen zum neuen Identitätssymbol: Nun treten gleich drei Nymphen (25-26) auf und verweisen auf die Heilkraft des Wassers.