Heldensagen

Heldensagen

Die Erzählungen der Taten der großen Helden im Altertum sind nicht nur schöne Literatur, sondern beziehen sich oftmals auf die griechische Vorgeschichte. Sagen werden also als historische Ereignisse begriffen: Die Athener haben eine Episode der Theseus-Sage erweitert, in der er seinen Freund Peirithoos in die Unterwelt begleitet. Er soll nach der neuen Fassung aus dem 5. Jh. v. Chr. vor seiner Abfahrt das Volk der Athener zur Demokratie während seiner Abwesenheit als König geraten haben.

Heldensagen sind aber aus einem anderen Grund noch sehr viel wichtiger: Die Heroen sollen mit ihren Verhaltensweisen als Vorbilder dienen. Ob im sportlichen Wettkampf oder in der Bewährung in der kämpferischen Auseinandersetzung mit Mensch, Tier oder Monster: Herakles (1–6) oder Theseus (8) sind immer leuchtende Idole.
Neben der körperlichen Kraft ist geistige Stärke ebenso gefragt: Ödipus, der wegen seines großen Wissens berühmt ist, löst das Rätsel der Sphinx von Theben (7). Odysseus (14), der Listenreiche, bekommt von Homer ein komplettes Epos gewidmet.
Zu Helden passen besondere Reittiere: Bellerophon besiegt auf dem Flügelpferd Pegasos die Chimaira (9); Taras, der Delphinreiter (10), gründet Tarent und ein unbekannter Held sitzt auf einem Mischwesen aus Pferd und Hahn (11). Phrixos und Helle fliegen auf einem Widder (16) durch die Luft.
Die Kombination von Delphinvorderteil mit menschlichen Beinen ist ein Hinweis auf die Sage, in der Piraten durch Dionysos in Delphine verwandelt (12) werden. Eine andere Verwandlung zeigt das Duftölgefäß mit einer Jungkochung (13) durch Medea.
Das zweite Fußwaschbecken zeigt eine Amazonenkönigin im Viergespann (15).

Objekt 1| Ölgefäß (guttus) / Herakles als Säugling tötet zwei Schlangen

Objekt 2| Trinkgefäß / Herakles besiegt den Nemeischen Löwen

Objekt 3| Trinkschale / Herakles mit dem Erymanthischen Eber

Objekt 4| Duftölgefäß (lekythos) / Herakles fängt den Kretischen Stier ein

Objekt 5| Vorratsgefäß (amphora) / Herakles gegen den dreileibigen Geryoneus

Objekt 6| Duftölgefäß (lekythos) / Herakles holt den Höllenhund Kerberos aus der Unterwelt

Objekt 7| Trinkschale / Peleus ringt mit Thetis sowie Ödipus und die Sphinx

Objekt 8| Mischgefäß für Wein und Wasser (Kolonettenkrater) / Theseus mit dem Marathonischen Stier

Objekt 9| Münze / Bellerophon gegen die Chimaira

Objekt 10| Münze (Didrachme) / Delphinreiter

Objekt 11| Trinkbecher (skyphos) / Reiter auf einem Mischwesen (hippalektryon)

Objekt 12| Trinkschale / Verwandlung der Seeräuber in Delphine

Objekt 13| Duftölgefäß (lekythos) / Szene einer Jungkochung

Objekt 14| Relieffragment von einem Sarkophag / Odysseus

Objekt 15| Knopfhenkelschüssel / Phrixos auf dem Widder

Objekt 16| Knopfhenkelschüssel / Amazonenkönigin in Viergespann

Objekt 1 | Ölgefäß (lguttus) / Herakles als Säugling tötet zwei Schlangen

Ölgefäß (guttus) / Herakles als Säugling tötet zwei Schlangen
aus Ton
aus Apulien (Südostitalien)
Dargestellt ist die erste Heldentat des Herakles: Weil Zeus mit Alkmene diesen Helden gezeugt hat, schickt seine erzürnte Gemahlin Hera zwei Schlangen, um den Säugling zu töten. Dieser beweist allerdings sofort seine übermenschlichen Qualitäten und tötet die beiden Schlangen.

ca. 350–300 v. Chr.
Inv. L GE G 32 – Dauerleihgabe der Stadt Gelsenkirchen

Objekt 2 | Trinkgefäß / Herakles besiegt den Nemeischen Löwen

Trinkschale / Herakles besiegt den Nemeischen Löwen
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
In dem viereckigen Bildfeld ist Herakles zu erkennen, wie er gegen den Nemeischen Löwen kämpft. Dieser ist übernatürlichen Ursprungs und vermag nicht durch Pfeile oder das Schwert besiegt zu werden, da sein Fell von diesen Waffen nicht durchdrungen werden kann. Also erwürgt ihn der Held und nutzt dessen Krallen, um das Fell nebst Skalp abzuziehen. Fortan dient diese ihm als Schutzkleidung.
Dies ist die erste Aufgabe des Herakles, die er im Auftrag des Königs Eurystheus zu erledigen hatte. Der Held hatte von Apollon von Delphi den Auftrag bekommen, nach Mykene zu gehen, dort zwölf Jahre dem König Eurystheus zu dienen und zehn Arbeiten zu verrichten, um sich zu entsühnen. Denn Herakles hatte zuvor im Wahnsinn seine eigenen Kinder getötet.

ca. 520–510 v. Chr.
Inv. 814 – ehemals Sammlung Wilhelm Bismark, nach Angabe des Vorbesitzers angeblich aus der Umgebung von Tarent
Diese Schale ist eine seltene Fassung der Bandschalen bemalt in der Art der Kleinmeister, denn statt des tongrundigen Bandes hat sie nur ein quadratisches Bildfeld.

Objekt 3 | Trinkschale / Herakles mit dem Erymanthischen Eber

Trinkschale / Herakles mit dem Erymanthischen Eber
aus Ton
aus Athen (attisch-rotfigurig)
Herakles hat den Erymanthischen Eber geschultert und droht dem Eurystheus, der sich in ein im Boden vertieftes Fass geflüchtet hat. Herakles ist durch seine Waffen – Keule und Bogenköcher – zu identifizieren. Der Held hatte von Apollon von Delphi den Auftrag bekommen, nach Mykene zu gehen und dort zwölf Jahre dem König Eurystheus zu dienen und zehn Arbeiten zu verrichten, um sich zu entsühnen. Denn Herakles hatte zuvor im Wahnsinn seine eigenen Kinder getötet.
Als dritte Aufgabe muss Herakles den Erymanthische Eber nach Mykene holen. Dieser ist nach dem Berg Erymanthos in Arkadien / Peloponnes benannt, wo er die Gegend verwüstet. Um ihn einzufangen, treibt ihn der Held aus dem Dickicht des Waldes heraus und tief in ein Schneefeld hinein. Der Eber ermüdet rasch, Herakles fesselt ihn und kann so die Aufgabe erfüllen.

ca. 400 v. Chr. – Jenaer Maler
Inv. 6001 – ehemals Sammlung Dietmar Jordan

Objekt 4 | Herakles fängt den Kretischen Stier ein

Duftölgefäß (lekythos) / Herakles fängt den Kretischen Stier ein
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Zudem wurde der kretische Stier von Poseidon mit Raserei geschlagen, wodurch er große Verwüstungen auf Kreta anrichtete.
Als siebte von Eurystheus gestellte Aufgabe muss Herakles den Kretischen Stier bändigen und dem Eurystheus bringen. Dieser – von Poseidon mit Raserei geschlagen – verwüstet die Agrarflächen Kretas. Herakles kommt nach Kreta und holt bei König Minos die Genehmigung für die Mitnahme des Tieres ein. Herakles fängt es, bringt es zu Eurystheus nach Mykene und lässt es dann frei. Dieser Stier ist es, den später Theseus einfangen muss (s. hier Nr. 8).

ca. 500–475 v. Chr. – Haimon-Maler bzw. Haimon-Gruppe
Inv. 1994

Objekt 5 | Vorratsgefäß (amphora) / Herakles gegen den dreileibigen Geryoneus

Vorratsgefäß (amphora) / Herakles gegen den dreileibigen Geryoneus
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Herakles, in sein Löwenfell gehüllt, kämpft mit seiner Keule gegen den dreileibigen Geryoneus. Dieser besteht aus drei schwer bewaffneten Kriegern, die im Bereich der Hüfte zusammengewachsen sind. Während die vorderen beiden noch kämpfen, hängt der dritte Körper getötet herab. Der Knecht des Geryoneus liegt im Sterben begriffen auf der Grundlinie, denn er ist von einem Pfeil des Herakles getroffen, den er mit seiner Rechten aus der Brust zieht.
Die zehnte Aufgabe des Herakles ist hier dargestellt: Der Held muss über die Grenzen des Mittelmeeres hinaus – d.h. er muss über Gibraltar hinaus in den Atlantik gelangen –, um die Rinder des Geryoneus zu rauben. Dies gelingt ihm, indem er Eurytion und Geryoneus tötet.

ca. 500 v. Chr. – Gruppe von Würzburg 230
Inv. 672 – Geschenk der Gesellschaft zur Förderung der WWU Münster, angekauft in Vulci
für weitere Informationen:
https://westfalen.museum-digital.de/object/13

Objekt 6 | Duftölgefäß (lekythos) / Herakles holt den Höllenhund Kerberos aus der Unterwelt

Duftölgefäß (lekythos) / Herakles holt den Höllenhund Kerberos aus der Unterwelt
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Als elfte Aufgabe muss Herakles den mehrköpfigen Höllenhund Kerberos aus der Unterwelt holen. Auf diesem Gefäß bedroht der Held das Tier mit erhobener Keule. Anwesend sind in der Szene links der Neffe und oftmalige Gehilfe Iolaos, im Zentrum Hermes, der als Seelenbegleiter (psychopompos) in der Unterwelt ein- und ausgeht, sowie die Unterweltsgöttin Persephone rechts. Sie wird von zwei Säulen eingerahmt, die den Palast ihres Gemahls Hades symbolisieren.

ca. 500 v. Chr. – Edinburgh-Maler
Inv. 5964 – ehemals Sammlung Dietmar Jordan

Objekt 7 | Trinkschale / Peleus ringt mit Thetis sowie Ödipus und die Sphinx

Trinkschale / Peleus ringt mit Thetis sowie Ödipus und die Sphinx
aus Ton
aus Athen (attisch-rotfigurig)
Diese Schale ist auf der Außenseite mit zwei besonders beliebten Sagen dekoriert: Zum einen zeigt sie den Ringkampf von Peleus mit Thetis. Der siegreiche Sterbliche heiratet im Anschluss diese Göttin und ihr gemeinsamer Sohn ist einer der größten Helden der Griechen: Achilleus. Zum anderen – leider durch eine Fehlstelle stark beeinträchtigt – ist die Konfrontation des Ödipus mit der Sphinx von Theben abgebildet. Diese verwüstete die Agrarflächen in der Umgebung der Stadt und kann nur vertrieben werden, wenn man ihr Rätsel lösen kann. Dieses lautet: Was ist das? Morgens auf vier, mittags auf zwei und abends auf drei Beinen. Nach vielen gescheiterten Versuchen bietet Ödipus die Lösung: Es ist der Mensch – als Säugling auf allen Vieren krabbelnd, erwachsen auf beiden Beinen laufend und im Alter mithilfe eines Stockes sich bewegend.
Das Innenbild bietet eine ganz andere Szenerie. Ein nackter Mann ist beim Weinkeltern in einem großen Bottich wiedergegeben.

ca. 500 v. Chr. – Poseidonmaler
Inv. 584

Objekt 8 | Mischgefäß für Wein und Wasser (Kolonettenkrater) / Theseus mit dem Marathonischen Stier

Mischgefäß für Wein und Wasser (Kolonettenkrater) / Theseus mit dem Marathonischen Stier
aus Ton
aus Athen (attisch-rotfigurig)
Theseus bringt den marathonischen Stier zur Opferung nach Athen. Dieser Stier hat zuvor die Felder von Marathon verwüstet und kann nur vom heldenhaften Sohn des Königs von Athen, Aigeus, gebändigt werden. Die weit aufgerissenen Augen und die nach vorn ausgreifenden Vorderläufe des Tieres deuten an, dass der Stier versucht auszubrechen. Theseus, der anhand der über dem Stierrücken dargestellten Attribute – Keule und Piloshelm – zu identifizieren ist, führt das Tier an einem heute nicht mehr sichtbaren Strick. Der weißhaarige Aigeus ist in ein langes Gewand und in einen Mantel gekleidet. Er trägt ein Zepter und beobachtet die Szene, während eine aufgeschreckte Frau vor dem Stier davonläuft.

ca. 460–450 v. Chr. – Deepdene-Maler
Inv. 714 – erworben mit Mitteln der Förderergesellschaft der WWU Münster
für weitere Informationen:
https://westfalen.museum-digital.de/object/37

Objekt 9 | Münze / Bellerophon gegen die Chimaira

Münze / Bellerophon gegen die Chimaira
aus Bronze – 5,60 g; Dm 22 mm; Stempelstellung 12 h
Bellerophon mit Speer reitet auf dem Flügelpferd Pegasos nach rechts und kämpft gegen die Chimaira.

128–138 n. Chr. in Korinth geprägt
Inv. M 841 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID1241

Objekt 10 | Münze (Didrachme) / Delphinreiter

Münze (Didrachme) / Delphinreiter
aus Silber – 6,22 g; Dm 20 mm; Stempelstellung 6 h
Ein Jüngling reitet auf einem Delphin. Es gibt zwei Gründungsmythen der Stadt Tarent, die das Motiv erklären sollen. Zum einen kann Taras, der Sohn des Poseidon und lokaler Flussgott, gemeint sein, der durch das Auftauchen eines Delphins die Stadtgründung vollzieht. Es gibt aber auch die Erzählung des von einem Delfin vor dem Ertrinken geretteten Phalanthos, der die aus Sparta stammenden Kolonisten von Tarent angeführt hat. Der Dreizack in der Hand dieses Delphinreiters deutet darauf, dass hier Tara gemeint ist.

ca. 272–235 v. Chr. in Tarent geprägt
Inv. M 232 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID1953

Objekt 11 | Trinkbecher (skyphos) / Reiter auf einem Mischwesen (hippalektryon)

Trinkbecher (skyphos) / Reiter auf einem Mischwesen (hippalektryon)
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Extrem selten sind Bilder wie dieses mit einem Reiter, der auf einem Mischwesen aus Pferd und Hahn (hippalektryon) reitet. Die Theaterdichter Aischylos und Aristophanes nennen zwar dieses Wesen, erklären aber nicht dessen Bedeutung.

ca. 520 v. Chr.
Inv. 856 – ehemals Sammlung Werner Peek.

Objekt 12 | Trinkschale / Verwandlung der Seeräuber in Delphine

Trinkschale / Verwandlung der Seeräuber in Delphine
aus Ton
wohl von Samos
Während im Zentrum des Innenbildes ein laufender Krieger und ein Fries von nach Innen gerichteten Delphinen abgebildet ist, ziert ein Fries mit Delphinen und Mischwesen aus Delphinvorderteil und menschlichen Beinen als Hinterteil den Außenbereich. Dargestellt ist die Verwandlung der Piraten in Delphine durch Dionysos. Die hinterhältigen tyrrhenischen bzw. kretischen Piraten wollen Dionysos, den sie für einen Königssohn halten, als Geisel zu Geld machen. Um sie zu bestrafen, verwandelt der Gott des Weines die Seeleute kurzerhand in Delphine.

ca. 550-540 v. Chr.
Inv. 855 – ehemals Sammlung Werner Peek
für weitere Informationen:
https://westfalen.museum-digital.de/object/16

Objekt 13 | Duftölgefäß (lekythos) / Szene einer Jungkochung

Duftölgefäß (lekythos) / Szene einer Jungkochung
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Dargestellt ist eine Jungkochung: Links sitzt die der Zauberkräfte mächtige Medea, Tochter des Königs von Kolchis (östliche Schwarzmeerregion). Im Zentrum steht ein Kessel auf einem Dreifuß, aus dem ein unbärtiger Kopf herausschaut. In der Antike weit verbreitet ist die Tötung des Pelias, König von Iolkos (Thessalien), durch Medea. Sie hat dessen Töchter in die Irre geführt, indem sie einen zerstückelten Widder durch eine Kochmagie wiederbelebt hat. Die Töchter zerstückeln nun den Vater, der allerdings von Medea nicht junggekocht wird. Sie will somit ihren Geliebten Iason an die Macht bringen. Warum auf unserem Gefäß der Jungzukochende allerdings unbärtig ist, ist nicht befriedigend zu erklären.

ca. 490 v. Chr. – Klasse von Athen 581
Inv. 5965 – ehemals Sammlung Dietmar Jordan

Objekt 14 | Relieffragment von einem Sarkophag / Odysseus

Relieffragment von einem Sarkophag / Odysseus
aus Marmor
aus Kleinasien (Türkei)
Die Kopfbedeckung (pilos) in Kombination mit den Fingerresten im Bart erlaubt die Benennung als Odysseus und genauer des Helden zusammen mit seinem Partner Diomedes beim Raub des Palladion aus Troja. Der Griff in den Bart bedeutet Nachdenklichkeit, denn Odysseus weiß, dass die Trojaner in Kenntnis der Vorhersage, dass bei Verlust des Palladion die Stadt an die Griechen fallen würde, ein zweites identisches Exemplar gefertigt haben. Athena ist allerdings die Verbündete der Griechen und lässt die Augen des gestohlenen Palladion aufblitzen. Deshalb streben die beiden Helden auf einer Knochenkiste in Athen – nach dieser ist unser Kopf szenisch zu ergänzen – erschrocken auseinander.

ca. 165–175 n. Chr.
Inv. 757

Objekt 15 | Knopfhenkelschüssel / Phrixos auf dem Widder

Knopfhenkelschüssel / Phrixos auf dem Widder
aus Ton
aus Apulien/Südostitalien (apulisch-rotfigurig)
Im Innern dieser Schüssel ist im Zentrum Phrixos dargestellt, der auf einem Widder durch die Luft fliegt – erkennbar am Stern unterhalb des Tieres und am Strahlenkranz als Rahmen des Innenbildes. Er versucht vergebens die Schwester Helle festzuhalten – erkennbar am Frauenarm, den er nicht halten kann.

ca. 330 v. Chr. – Umkreis des Dareios- und Unterweltmalers
Inv. 673
Hintergrund dieser dramatischen Szene ist eine Sage, nach der die Stiefmutter Ino das Geschwisterpaar opfern will. Erkennbar ist dies an den geknoteten Wollbinden, mit denen die Köpfe des Widders und des Jünglings versehen sind. Der übernatürliche goldene Widder verhilft den Kindern die Flucht. Allerdings schaut Helle entgegen den Anweisungen der Prophezeiung herab, verliert so die Kontrolle und stürzt ins Meer hinab. Nach ihr ist demgemäß die Meeresenge der Dardanellen als Hellespont benannt.

Objekt 16 | Knopfhenkelschüssel / Amazonenkönigin in Viergespann

Knopfhenkelschüssel / Amazonenkönigin in Viergespann
aus Ton
aus Apulien/Südostitalien (apulisch-rotfigurig)
Dargestellt ist eine Amazonenkönigin im Viergespann, die ihre Streitaxt wie ein Szepter hält.

ca. 320–310 v. Chr. – White-Saccos-Maler, Chariot-Gruppe
Inv. 911 – ehemals Sammlung Görtz-Strötgen
Wie das benachbarte Stück geht formmäßig auch dieses auf Fußwaschbecken (podanipteria) zurück, die im Empfangszeremoniell für Gäste genutzt werden, wie eine Szene der Heimkehr des Odysseus auf einem Trinkbecher bezeugt.
Eine Nutzung im Grabzusammenhang, kann aus dem separaten Fuß erschlossen werden.