Die griechisch-römischen Götter

Die griechisch-römischen Götter

Viele der griechischen Gottheiten finden eine Entsprechung im Römischen, dennoch sind aber auch markante Unterschiede festzustellen. In Griechenland bilden die Olympischen Götter / im Römischen die Dei Consentes das höchste Gremium, das auf dem Olymp residiert: die beiden Brüder Zeus/Jupiter (16) und Poseidon/Neptun (der dritte – Hades/Pluto fehlt, weil er der Herrscher der Unterwelt ist) sowie die Schwestern Hera/Juno, Hestia/Vesta und Demeter/Ceres. Dazu kommen die Kinder des Zeus mit seiner Frau Hera Ares/Mars (35) und Hephaistos/Vulcanus sowie die mit Leto gezeugten Artemis/Diana (18 +19) und Apollon/Apollo (17). Die Kopfgeburt Athena/Minerva (13–15), die schaumgeborene Aphrodite/Venus (10) und der Götterbote Hermes/Merkur (7 + 8) komplettieren die Zwölfzahl.

Weitere zahllose Gottheiten erweitern das Hauptgremium. Insbesondere der Gott des Weines und des Theaters – Dionysos/Bacchus (1–5) – und der vergöttlichte Herakles/Herkules erfreuen sich außerordentlicher Beliebtheit; beide Kinder des Zeus/Jupiter und sterblicher Mütter. Persephone und Hebe als Göttinnen sind ebenso zu nennen, wie Eros/Amor (11), der Begleiter der Liebesgöttin Aphrodite/Venus, der durch Pfeilbeschuss Liebespaare zusammenführt. Von Anatolien aus verbreitet sich der Kult der Kybele/Magna Mater (6) im gesamten Mittelmeergebiet. Pan (34) als bocksfüßiger Waldbewohner ist dank panischem Schrecken, den er auslöst, hilfreich bei Schlachten. Leider nicht sicher benennen kann man die geflügelte Göttin (9) – Siegesgöttin Nike, Götterbotin Iris oder Morgenröte Eos? Flussgötter (20–22) und Meeresgötter (12) sind zahlreich bezeugt. Tyche/Fortuna (23) ist als Glücksgöttin besonders nach ca. 300 v. Chr. sehr beliebt.

Im Römischen ist die Kapitolinische Trias (31) von höchster Bedeutung: Minerva, Jupiter und Juno bilden nicht nur im Tempel auf dem Kapitolshügel in Rom die göttliche Dreizahl, sondern auch in vielen römischen Städten wie Trier. Die römischen Kaiser werden außerhalb des Kernlandes auch als Götter verehrt. Kaiserkultpriester sind immer Mitglieder der höchsten Kreise und durch eine spezielle Krone mit Kaiserpaar-Büsten (24) ausgezeichnet.

Ein kaum sicher benennbarer Gott (Mithras oder Attis 30) aus Anatolien besticht durch seine einzigartige flache Statuettenform. Dieser und Weihgeschenke in Thrakien/Bulgarien – Reiterstatuette (32) und Votivblech an die Große Göttin und den Donauländischen Reiter (33) – sind innerhalb des Römischen Reiches lokale Besonderheiten.

Grundsätzlich kann man die Antike anderen Religionen gegenüber als tolerant bezeichnen. So verbreiten sich die Kulte der ägyptischen Götter – Serapis (25), Isis (26 + 27) und Harpokrates (28) – sehr weit. Aus dem Osten kommend tritt der Gott Mithras (29) seinen Siegeszug an. Zur Zeit des Kaisers Konstantin (reg. 306–337 n. Chr.) ist dieser Mysterienkult genauso wichtig wie das Christentum.

Objekt 1| Duftölgefäß (lekythos) / Dionysos

Objekt 2| Trinkgefäß / Dionysos

Objekt 3| Münze (kistophoros) / eine im Kult für Dionysos genutzte Kiste

Objekt 4| Kopf / Dionysos

Objekt 5| Kopf / Weingott Bacchus von einem Dekorationselement römischer Wohnarchitektur

Objekt 6| Statuette / thronende Kybele

Objekt 7| Statuette / Merkur mit geflügeltem Botenstab

Objekt 8| Fragment einer Kanne / Götterbote Hermes mit Botenstab (kerykeion)

Objekt 9| Duftölgefäß (lekythos) / geflügelte Göttin

Objekt 10| fragmentarisch erhaltene Statuette / Liebesgöttin Aphrodite

Objekt 11| Duftölgefäß / Liebesgott Eros

Objekt 12| Trinkschale, sogenannte Augenschale / Meeresgott – Triton?

Objekt 13| Duftölgefäß (lekythos) / Athena in ihrem Heiligtum

Objekt 14| Statuette / Athena

Objekt 15| Münze (Tetradrachme) / Kopf der Athena

Objekt 16| Reliefplakette / Zeus

Objekt 17| Lampengriff (?) / Apollo

Objekt 18| Statuette / Artemis

Objekt 19| Reliefplakette / Diana

Objekt 20| Münze (Didrachme) / Flussgott Gelas

Objekt 21| Münze / Flussgott Nil

Objekt 22| Statuette / Flussgott Orontes

Objekt 23| Büste / Stadtgöttin von Antiocheia

Objekt 24| Fragment einer Priesterkrone / Porträtbüsten eines Kaiserpaares

Objekt 25| Köpfchen / Serapis

Objekt 26| Büste / Isis

Objekt 27| Münze / Isis/Demeter

Objekt 28| Anhänger in Form des Kindgottes Harpokrates

Objekt 29| Reliefscheibe / Mithras

Objekt 30| Statuette / Mithras oder Attis

Objekt 31| Skulpturengruppe / Kapitolinische Trias

Objekt 32| Statuette / sogenannter Thrakischer Reiter

Objekt 33| Reliefplakette / Weihung an die Große Göttin und den sogenannten Donauländischen Reiter

Objekt 34| Fragment einer Statuette / Pan

Objekt 35| Statuette des Gottes Ares / Mars

Objekt 1 | Duftölgefäß (lekythos) / Dionysos

Duftölgefäß (lekythos) / Dionysos
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Der bärtige Gott des Weines Dionysos besteigt sein Viergespann. Er wird begleitet von einer tanzenden Mänade und einem flötenspielenden Satyr.

ca. 510–500 v. Chr. – Leagros-Gruppe
Inv. 892 – ehemals Sammlung Eheleute Görtz-Strötgen

Objekt 2 | Trinkgefäß / Dionysos

Trinkgefäß / Dionysos
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Der bärtige, in ein Leibgewand (chiton) und einen Mantel (himation) gehüllte Weingott Dionysos sitzt auf einem Klappstuhl. Er hält ein Trinkhorn in seiner Rechten, von dem zwei Weinranken ausgehen.

ca. 500–475 v. Chr. Haimon-Maler?
Inv. 896 – ehemals Sammlung Eheleute Görtz-Strötgen

Objekt 3 | Münze (kistophoros) / eine im Kult für Dionysos genutzte Kiste

Münze (kistophoros) / eine im Kult für Dionysos genutzte Kiste
aus Silber, 12,56 g; Dm 27 mm; Stempelstellung 1 h
in Pergamon geprägt
Aus einer im Kult für Dionysos genutzten Kiste (cista mystica) kriecht eine Schlange empor, gerahmt von einem Efeukranz mit Fruchtständen (Korymben).

ca. 133–67 v. Chr.
Inv. M 3612 – ehemals Sammlung Horst Rosenberg
Die cista mystica ist ein runder aus Weidenzweigen geflochtener Behälter, in dem sich Kultobjekte für Gottheiten befinden.
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID1452

Objekt 4 | Kopf / Dionysos

Kopf / Dionysos
aus Marmor
Dieser bärtige Kopf stammt wohl von einer Statuette. Das lange Haar ist hochgenommen und um eine Binde gelegt.

römische verkleinerte Kopie nach einem griechischen Original des Dionysos des hochklassischen Sardanapal-Typus, ca. 450 v. Chr.
Inv. 588 – ehemals südwestfälische Sammlung

Objekt 5 | Kopf / Weingott Bacchus von einem Dekorationselement römischer Wohnarchitektur

Kopf / Weingott Bacchus von einem Dekorationselement römischer Wohnarchitektur
aus Marmor
Hermenpfeiler sind Pfeiler, die von einer Büste mit einem Bildnis einer Gottheit oder einer historischen Persönlichkeit bekrönt sind. Diese Bekrönung eines ebensolchen mit dem Kopf des bärtigen Bacchus mit Stirnbinde und Efeukranz mit Fruchtständen (Korymben) ist allerdings sehr flach gehalten, so dass es als dekoratives Element zu interpretieren ist.

ca. 1–100 n. Chr.
Inv. 1104 – ehemals Sammlung Eheleute Görtz-Strötgen

Objekt 6 | Statuette / thronende Kybele

Statuette / thronende Kybele
aus Bronze
vom Vorbesitzer in Antalya / Türkei erworben
Kybele ist in einer sehr geschlossenen Formgebung auf einem Kubus thronend wiedergegeben. Sie ist in ein gegürtetes Gewand (chiton) und Mantel (himation) gekleidet und trägt eine Krone (polos). Ihr rechter Arm ist verloren; mit ihrer Linken hält sie ein auf dem Oberschenkel aufgestelltes Schallbecken (tympanon).

ca. 1–300 n. Chr.
Inv. 2544 – ehemals Sammlung Ernst-Ulrich Walter

Objekt 7 | Statuette / Merkur mit geflügeltem Botenstab

Statuette / Merkur mit geflügeltem Botenstab
aus Bronze
Merkur ist bis auf den Schultermantel nackt wiedergegeben, über dem Haarband seitlich Flügel, zentral ein Lotusblatt. Damit geht er auf den Hermes-Thot-Typus zurück, der eine griechisch-ägyptische Gottheit ist.

ca. 1–300 n. Chr.
Inv. L GE H 83 – Dauerleihgabe der Stadt Gelsenkirchen
In der verlorenen Hand wird ein Geldbeutel zu ergänzen sein, denn bei den Römern gilt er neben dem Götterboten auch als Gott der Händler und Diebe.

Objekt 8 | Fragment einer Kanne / Götterbote Hermes mit Botenstab (kerykeion)

Fragment einer Kanne / Götterbote Hermes mit Botenstab (kerykeion)
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Aufgrund des fragmentarischen Zustandes der Kanne ist auch die Darstellung des Götterboten Hermes nur im Oberkörperbereich gut erhalten. Er hält in seiner Rechten den Botenstab (kerykeion) und hat die Linke in einem Redegestus erhoben. Er trägt ein Leibgewand (chiton), darüber ein gegürtetes Tierfell (nebris) und einen Schultermantel (chlamys); seinen bärtigen Kopf bedeckt ein Reisehut (petasos). Da sein linker Oberschenkel erhoben ist, kann man ihn als schnell nach rechts bewegt rekonstruieren.

ca. 530–520 v. Chr. – Maler von Louvre F 161 oder seine Werkstatt
Inv. 717 – Stiftung der Stadtsparkasse Münster
Redegestus und Botenstab verdeutlichen eine der wichtigsten Tätigkeiten des Hermes: Vermittler zwischen Gottheiten und Menschen.

Objekt 9 | Duftölgefäß (lekythos) / geflügelte Göttin

Duftölgefäß (lekythos) / geflügelte Göttin
aus Ton
aus Athen (attisch-rotfigurig)
Eine geflügelte Göttin in langem Gewand (chiton) schreitet mit nach vorn gestreckten Händen nach rechts.

ca. 450 v. Chr. – wohl nahe Karlsruhe-Maler
Inv. 865 – ehemals Sammlung Werner Peek
Da keinerlei Attribute abgebildet sind, kann man nicht entscheiden, ob die Göttin des Sieges – Nike –, die Götterbotin – Iris – oder die Göttin der Morgenröte – Eos – gemeint ist.

Objekt 10 | fragmentarisch erhaltene Statuette / Liebesgöttin Aphrodite

fragmentarisch erhaltene Statuette / Liebesgöttin Aphrodite
aus Marmor
gefunden in El-Ashmunein/Hermoupolis / Ägypten
Gemäß des Darstellungstypus kann man die nicht vollständig erhaltene Statuette der hockenden nackten Liebesgöttin Aphrodite gut ergänzen. Sie ist als aus dem Wasser entstiegen zu verstehen und wringt mit beiden Händen ihre langen Haare aus.

ca. 100 v. Chr.
Inv. 111 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn
Das Vorbild für diese Statuette ist eines der berühmtesten Aphroditebildnisse der Antike. Geschaffen wurde sie ca. 250 v. Chr. von dem Bildhauer Doidalses aus Bithynien (Nordwesttürkei).
für weitere Informationen:
https://westfalen.museum-digital.de/objects?s=collection:116

Objekt 11 | Duftölgefäß / Liebesgott Eros

Duftölgefäß / Liebesgott Eros
aus Ton
aus Athen (attisch-rotfigurig)
Man erkennt den Liebesgott Eros an seiner kindlichen Gestalt mit Flügeln. Sein unsicheres Stehen mit vorgestreckten Händen ist nicht zu interpretieren.

ca. 420 v. Chr. – Gruppe von Palermo 16
Inv. 42 – in Selinunt erworben

Objekt 12 | Trinkschale, sogenannte Augenschale / Meeresgott – Triton?

Trinkschale, sogenannte Augenschale / Meeresgott – Triton?
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Der Meeresgott ist als Mischwesen von menschenförmigem Oberkörper und Unterkörper in Form einer Seeschlange mit Fischschwanz wiedergegeben.

ca. 525–500 v. Chr.
Inv. L GV 251 – Dauerleihgabe der Stadt Grevenbroich
Die Benennung dieses Meeresgottes ist nicht mit Sicherheit zu finden: durch Beischriften sind z.B. Triton oder Nereus bezeugt.

Objekt 13 | Duftölgefäß (lekythos) / Athena in ihrem Heiligtum

Duftölgefäß (lekythos) / Athena in ihrem Heiligtum
aus Ton
aus Athen (attisch-weißgrundig, schwarzfigurig bemalt)
Die Göttin Athena sitzt auf einem Klappstuhl in ihrem Heiligtum und vollführt ein Spendeopfer mithilfe einer Schale (phiale) in ihrer Rechten. Sie trägt ein Leibgewand (chiton) und über dem Oberkörper einen geschuppten Umhang mit Schlangensaum (aigis). Sie ist als kriegerische Göttin durch Helm, Lanze und Schild ausgezeichnet. Das Heiligtum ist durch die beiden rahmenden dorischen Säulen und den Altar rechts von Athena angedeutet.

ca. 500–490 v. Chr. – Athena-Maler
Inv. 5637 – ehemals Sammlung Dietmar Jordan
Da nur die wenigsten Vasenmaler ihre Gefäße signiert haben, nutzt die Wissenschaft Hilfsnamen, die sich z.B. von einem Motiv, einem Stück in einem Museum oder dem Namen eines Vorbesitzers ableiten lassen. Wie auch unsere lekythos verdeutlicht, war der Athena-Maler auf die Darstellung der Stadtgöttin von Athen spezialisiert.

Objekt 14 | Statuette / Athena

Statuette / Athena
aus Ton
aus Unteritalien
Athena ist in ein hochgegürtetes Gewand gekleidet. Die Brust bedeckt eine Aigis mit Gorgoneion – eine Schutzwaffe; seitlich ein Schild; den Kopf bedeckt ein einzigartiger Helm, der von einem Greifvogel bekrönt ist.

ca. 100 v. Chr.
Inv. 808 – ehemals Sammlung Dietmar Jordan

Objekt 15 | Münze / Tetradrachme

Münze / Tetradrachme

aus Silber

in Athen geprägt

Münze (Tetradrachme) / Athena
aus Silber, 17,15 g; Dm 25 mm; Stempelstellung 9 h
Kopf der behelmten Athena mit Ohrring und Halskette nach rechts

ca. 450–404 v. Chr. in Athen geprägt
Inv. M 792 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen: https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID1202

Objekt 16 | Reliefplakette / Zeus

Reliefplakette / Zeus
aus Ton
aus Tarent
Der stehende Zeus ist in einen Mantel gehüllt, der den Oberkörper frei lässt. Er stützt sich mit seiner erhobenen Rechten auf ein Szepter. Rechts neben ihm befindet sich ein Pfeiler auf dem der ihm zugeordnete Adler steht.

ca. 300-280 v. Chr.
Inv. 1006 – ehemals Sammlung Eheleute Görtz-Strötgen

Objekt 17 | Lampengriff (?) / Apollo

Lampengriff (?) / Apollo
aus Ton
aus Ägypten
Das Fragment zeigt Apollo in langem Gewand mit Saiteninstrument (kithara).

ca. 100 n. Chr.
Inv. 356 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn

Objekt 18 | Statuette / Artemis

Statuette / Artemis
aus Ton
aus Syrakus
Artemis ist als Göttin der Jagd mit zwei Wurfspeeren und einem Hund wiedergegeben. Sie trägt ein kurzes, gegürtetes Leibgewand (chiton), um ihren linken Arm gewickelt einen Mantel und Stiefel. Ihre rechte Hand ist in einem Grußgestus zum Kopf heraufgenommen.

ca. 410–390 v. Chr.
Inv. 1068 – ehemals Sammlung Eheleute Görtz-Strötgen

Objekt 19 | Reliefplakette / Diana

Reliefplakette / Diana
aus Silber
Diana läuft in kurzem Gewand nach rechts, sie greift mit ihrer Rechten zum Köcher, um einen Pfeil zu entnehmen; in ihrer Linken der Bogen, unter ihr ein Hirsch, rechts ein Hund und oben zwei Vögel. Im Hintergrund befinden sich Pflanzen, die einen Wald symbolisieren.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. L GE H 35 – Dauerleihgabe der Stadt Gelsenkirchen
Derartige Silberbleche werden Gottheiten geweiht.

Objekt 20 | Münze (Didrachme) / Flussgott Gelas

Münze (Didrachme) / Flussgott Gelas
aus Silber, 8,29 g; Dm 20 mm; Stempelstellung 4 h
aus Gela
Vorderteil eines stoßenden menschengesichtigen Stieres, das den Flussgott Gelas darstellt

ca. 490/485-480/475 v. Chr.
Inv. M 369 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID4578

Objekt 21 | Münze / Flussgott Nil

Münze / Flussgott Nil
aus Buntmetall, 29,38 g; Dm 37 mm; Stempelstellung 12 h
Der Flussgott Nilus sitzt im Hüftmantel auf einem Felsblock, in seiner rechten Hand hält er ein Füllhorn (cornucopia), in seinem linken Arm ein Schilfrohr; unter dem Ellbogen ein Nilpferd. Die Legende nennt das 16. Jahr der Regierungszeit des Kaisers Hadrian.

im Jahr 131/132 n. Chr. unter Kaiser Hadrian in Alexandria / Ägypten geprägt
Inv. M 1692 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID639

Objekt 22 | Statuette / Flussgott Orontes

Statuette / Flussgott Orontes
aus Bronze
aus Syrien (?)
Der Flussgott Orontes ist als Halbfigur mit nacktem Oberkörper in Kraulbewegung wiedergegeben. Er gehört ursprünglich zu einer Statuette der auf einem Berg hockenden Stadtgöttin Tyche von Antiocheia (Antakya/Türkei), unter deren Füßen er aus dem Wasser herausschaut. Die Gruppe ist kopiert nach einer Skulptur, die Anfang des 3. Jh. v. Chr. durch den Künstler Eutychides geschaffen worden ist.

ca. 1–300 n. Chr.
Inv. L GE H 79 – Dauerleihgabe der Stadt Gelsenkirchen.
Vor dem Bauch des Flussgottes ist ein sogenannter Quellkasten ausgeformt, der verdeutlicht, dass die Statuette der Tyche mit Orontes in einem Zusammenhang mit einer Brunnenanlage aufgestellt worden ist.

Objekt 23 | Büste der Stadtgöttin von Antiocheia

Büste der Stadtgöttin von Antiocheia
aus Ton
aus Syrien, gemäß des Vorbesitzers in Aleppo erworben
Die Büste geht auf eine Statuette der auf einem Berg hockenden Stadtgöttin Tyche von Antiocheia (Antakya/Türkei) zurück, unter deren Füßen der aus dem Wasser herausschauende Flussgott Orontes wiedergegeben ist. Diese Skulptur ist Anfang des 3. Jh. v. Chr. durch den Künstler Eutychides geschaffen worden.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. 4678 – ehemals Münsteraner Sammlung

Objekt 24 | Fragment einer Priesterkrone / Porträtbüsten eines Kaiserpaares

Fragment einer Priesterkrone / Porträtbüsten eines Kaiserpaares
aus Anatolien / Türkei
aus Bronze
Erhalten sind eine gepanzerte Büste eines bärtigen Kaisers und eine Büste einer Kaiserin mit sogenannter Nestfrisur, die typisch für die antoninische bis severische Zeit ist. Kaiserhausbildnisse an Kronen gehören zur Kennzeichnung des Oberpriesters des Kaiserkultes.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. 807 – ehemals Sammlung aus der Umgebung von Izmir
Diese wohl ehemals für eine Bronzestatue geschaffene Stück gehört zu einer aus lediglich sieben Fragmenten überlieferten Gruppe.

Objekt 25 | Köpfchen / Serapis

Köpfchen / Serapis
aus Marmor
aus Ägypten, erworben in Kairo
Dieses Marmorköpfchen kann als das des Gottes Serapis benannt werden. Zum einen sprechen die Frisur und der Bart dafür, zum anderen der auf dem Kopf stehende Getreidebehälter (modius). König Ptolemaios I. stiftet den neuen Kult des Serapis, um eine Gottheit für beide Bevölkerungsgruppen seines Reiches – Griechen und Ägypter – zu schaffen. Er setzt sich zusammen aus griechischen Elementen des Zeus und des Hades sowie ägyptischen des Apis und Osiris zusammen.

ca. 190 – 250 n. Chr.
Inv. 110 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn

Objekt 26 | Büste / Isis

Büste / Isis
aus Marmor
aus Ägypten
Die Gewandbüste einer Frau mit Diadem ist durch den Isisknoten als Angehörige des ägyptischen Isiskultes zu benennen. Dass die Göttin selbst gemeint ist, kann die fehlende Kopfbedeckung – Sonnenscheibe, Kuhhörner und Schlange – stützen.

ca. 100–200 n. Chr. nach einem hellenistischen Vorbild
Inv. 589 – ehemals südwestfälische Sammlung
Der Isiskult verbreitet sich im Mittelmeergebiet ca. 200–1 v. Chr. insbesondere über die Insel Delos und gelangt in dieser Zeit auch bis Pompeji.

Objekt 27 | Münze / Isis/Demeter

Münze / Isis/Demeter
aus Buntmetall, 19,74 g; Dm 29 mm; Stempelstellung 12 h
Kopf der Isis/Demeter mit Ährenkranz.

unter König Ptolemaios VI. ca. 180–169 v. Chr. in Alexandreia / Ägypten geprägt
Inv. M 1616 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID2643

Objekt 28 | Anhänger in Form des Kindgottes Harpokrates

Anhänger in Form des Kindgottes Harpokrates
aus blauem Glas
aus dem östlichen Mittelmeergebiet
Harpokrates ist der griechische Name des ägyptischen Horuskindes. Die Geste des an den Mund geführten Zeigefingers ist nach ägyptischer Weise ein Zeichen für Kinder.

ca. 100 v. – 50 n. Chr.
Inv. 2434 – ehemals Sammlung Ernst-Ulrich Walter

Objekt 29 | Reliefscheibe / Mithras

Reliefscheibe / Mithras
aus Marmor
Nur im unteren Drittel erhalten ist diese runde Reliefscheibe doch sicher rekonstruiert worden. Sie zeigt den stiertötenden Mithras, rechts und links Cautes und Cautopates, die gemäß der erhobenen bzw. gesenkten Fackel für den Sonnenlauf- bzw. -untergang stehen. Eine Schlange trinkt das heilsbringende Blut aus der Wunde. Ein Löwe und ein Gefäß sind unten links abgebildet.

ca. 200–320 n. Chr.
Inv. 326 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn
Der Mysterienkult des Mithras ist im Römischen Reich Ende des 3. Jh. n. Chr. ebenso beliebt wie die christliche Religion. Allerdings sind die sehr kleinen Gemeinden mit bis zu maximal 30 Mitgliedern nur eingeweihten Männern zugänglich. Warum sich das Christentum schließlich durchsetzt, ist bis heute nicht sicher geklärt.

Objekt 30 | Statuette / Mithras oder Attis

Statuette / Mithras oder Attis
aus Bronze
aus Anatolien
Der Gott ist in orientalischer Tracht wiedergegeben: Hosen, Ärmelgewand und Mantel sowie Tiara. Seine abgebrochenen Arme sind durch Vergleichsstücke zu ergänzen, sein rechter gesenkt mit einer Spendeschale, sein linker ein Zepter haltend erhoben. Benannt werden kann die Figur nicht sicher. Entweder stellt sie Mithras oder Attis dar. Zu Mithras s. Nr. 29. Attis ist eine Figur der griechisch-phrygischen Mythologie, die ursprünglich mit der mehrgeschlechtlichen Agdistis vereint ist. Durch deren Kastration wird sie zur Göttin Kybele und aus den Genitalien wird der Jüngling Attis. Demzufolge bilden beide weiterhin ein Paar, doch Attis wird untreu und von Kybele durch Wahnsinn bestraft und stirbt in Folge einer Selbstentmannung. Sein Kult wird von Kybele eingerichtet und ist durch orgiastische Riten bestimmt. Aufgrund eines Schriftzeugnisses, das einen Mysten des Attis nennt, wird die Verehrung des Attis in einem Mysterienkult angenommen.

ca. 1 – 300 n. Chr.
Inv. 2717 – ehemals westfälische Sammlung

Objekt 31 | Skulpturengruppe / Kapitolinische Trias

Skulpturengruppe / Kapitolinische Trias
Kopie aus Gussstein nach einem Marmor-Original in Trier, Rheinisches Landesmuseum, Inv. ST 3196
Diese Skulpturengruppe zeigt die im höchsten Heiligtum des Römischen Reiches, dem Tempel des Jupiter auf dem Kapitol in Rom, verehrte Dreiheit der Götter Jupiter, Juno und Minerva – die Kapitolinische Trias. Sie sitzen auf einer gemeinsamen Thronbank mit rankenverzierter Rückenlehne und stützen ihre Füße auf kleine Schemel. Das Weihgeschenk spiegelt jedoch nicht die Kultbilder der drei Götter im stadtrömischen Tempel des kapitolinischen Jupiter wider, sondern geht auf die Darstellung der in Reliefs und Münzdarstellungen gut überlieferten Gruppe im Giebel des Tempels zurück, den Kaiser Domitian im späten 1. Jh. n. Chr. nach einem Brand des Vorgängerbaus errichten ließ.

ca. 100–200 n. Chr.
Inv. A 376
für weitere Informationen:
https://westfalen.museum-digital.de/object/2799

Objekt 32 | Statuette / sogenannter Thrakischer Reiter

Statuette / sogenannter Thrakischer Reiter
aus Marmor
aus dem Balkangebiet
Das Fragment zeigt den sogenannten Thrakischen Reiter, ein Heros zu Pferde, der von allen Bevölkerungsschichten in den römischen Provinzen Mösien, Dakien und Pannonien verehrt wird.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. L GV 395 – Dauerleihgabe der Stadt Grevenbroich
Während Reliefs des sogenannten Thrakischen Reiters in bis zu 3.000 Exemplaren überliefert sind, sind derart rundplastische Exemplare wie das in Münster extrem selten.

Objekt 33 | Reliefplakette / Weihung an die Große Göttin und den sogenannten Donauländischen Reiter

Reliefplakette / Weihung an die Große Göttin und den sogenannten Donauländischen Reiter
aus Bronze (?)
aus dem Balkangebiet – römische Provinz Moesia Inferior
Die Reliefplakette – im Umriss wie eine Tempelfront geformt – zeigt den sogenannten Donauländischen Reiter vor der Großen Göttin. Er ist als siegreich gekennzeichnet durch die Siegesgöttin, die auf ihn zufliegt und ihn bekränzt, sowie den besiegten Toten unter seinem Pferd. Viele weitere Symbole lassen sich den beiden Gottheiten in ihren verschiedenen Wirkungsbereichen zuordnen.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. 4608 – ehemals rheinischer Privatbesitz
Obwohl dieses Stück ohne Fundangabe in diese Museumssammlung gelangt ist, kann man es der römischen Provinz Moesia Inferior oder den Nachbarprovinzen zuschreiben, da die Form, aus der diese Plakette stammt, in Mihailovgrad/Bulgarien gefunden worden ist.

Objekt 34 | Fragment einer Statuette / Pan

Fragment einer Statuette / Pan
aus Marmor
wohl gefunden in Lousoi/Arkadien (Peloponnes/Griechenland)
Das Fragment der nur im Oberkörper erhaltenen Statuette zeigt den Hirtengott Pan, denn die kleinen Hörner im Haar und die Panflöte in seiner rechten Hand sichern diese Identifikation.

ca. 350–300 v. Chr.
Inv. 105 – ehemals Sammlung Rubensohn
Da die Rückseite nur grob bearbeitet ist, ist dieses Stück entweder nie fertig gestellt worden oder für eine Aufstellung in einer Nische gedacht, so dass die Rückseite nicht sichtbar ist.

Objekt 35 | Statuette des Gottes Ares / Mars

Statuette des Gottes Ares / Mars
aus Kalkstein
aus Anatolien
Der unbärtige Kriegsgott Ares / Mars trägt über einem kurzen Gewand einen Brustpanzer mit Lederlaschen (pteruges) und Feldherrenbinde (cingulum) sowie einen kurzen Mantel als Bausch auf seiner linken Schulter und um seinen linken Arm geschlungen. Seinen Kopf bedeckt ein korinthischer Helm mit geteiltem Helmbusch. An seiner linken Seite steht ein ovaler Schild. Trotz der sehr beeinträchtigten Oberfläche kann in Höhe der Brust ein Gorgoneion (ein übelabwehrendes Zeichen benannt nach Gorgo Medusa, deren Blick die Menschen in Stein verwandeln kann) ausgemacht werden.

ca. 1–200 n. Chr.
Inv. 2300 – ehemals Sammlung Ernst-Ulrich Walter