„Isis, die sie erhört hat“ – Votivrelief
„Isis, die sie erhört hat“ – Votivrelief
Das Marmorrelief (ca. 1. Jahrhundert v. Chr.) ist eine langfristige Leihgabe aus dem Archäologischen Museum Thessaloniki (Inv. Nr. 995). Es zeigt zwei Ohren, darunter die Inschrift „Κατ‘ εύχήν Φουφικία “Ίσιδι άκοήν“, die sich sinngemäß so übersetzen lässt: „In Erfüllung ihres Gelübdes weiht dies Fuficia der Isis, die sie erhört hat.“ Die Widmungsformel verweist auf eine antike Praxis: Menschen, die sich in Not oder Krankheit an eine Gottheit wandten, gelobten eine Opfergabe, sollten ihre Bitten erhört werden. Das Relief ist ein solches Votiv: eine öffentlich sichtbare Bekundung des Dankes an die ägyptische Göttin Isis, die im römischen Thessaloniki verehrt wurde.
Isis galt als mächtige Heilerin und Schutzgöttin, die das Leid der Menschen hören und lindern konnte. Die Ohren stehen sehr konkret für dieses göttliche Zuhören. Solche Darstellungen von erhörenden Ohren finden sich auch für andere Gottheiten und belegen eine gelebte religiöse Praxis.
Das Relief zeugt von persönlicher Frömmigkeit und Hoffnung. Es erinnert daran, dass Menschen zu allen Zeiten Trost im Glauben suchten – und Zeichen ihres Dankes hinterließen, wenn sie sich erhört fühlten.
2024 hat unser Museum einen marmornen Porträtkopf an das Archäologische Museum Thessaloniki restituiert. Als Geste der Wertschätzung wurde uns nun dieses Relief als langfristige Leihgabe überlassen.
Weihrelief
aus Marmor
aus Thessaloniki
ca. 100–1 v. Chr.
Leihgabe des Archäologischen Museums Thessaloniki, Inv. Nr. 995