Frieden auf römischen Münzen

Frieden auf römischen Münzen

Die Friedensgöttin Pax ist ein sehr verbreitetes Phänomen auf Münzen der römischen Kaiserzeit. Sie tritt im Römischen Reich erstmals in den Bürgerkriegsauseinandersetzungen der späten Republik vereinzelt auf und wird dann seit Augustus auf das Engste mit dem römischen Kaiser verbunden.

Die Darstellung der Friedensgöttin auf Münzen ist also als ein römisches, genauer als ein herrscherliches Phänomen zu verstehen. Die Friedensgöttin ist in der Münzprägung ein attraktives Bild für die Machthaber, sich als Garanten des Friedens im Römischen Reich (Pax Romana) und daraus resultierender Wohlstandsverheißung zu inszenieren. So feiert Kaiser Nero die Beendigung des Feldzuges gegen das Reich der Arsakiden im Osten, indem er Münzen mit geschlossenem Janustempel (1) prägen lässt, um anzuzeigen: „Nachdem der Friede des römischen Volks zu Lande und zu Wasser hergestellt worden war, schloss er den Janustempel.“ (Münzlegende).

Nach Augustus sind es insbesondere die Kaiser Vespasian, Titus und Domitian, die sehr variantenreich Pax auf Münzen (2–4) darstellen. Neben diesem Geld, das von der Zentralgewalt in Rom beauftragt ist, gibt es auch sog. Provinzialprägungen aus Kleinasien und Ägypten (5–7). Ein zentrales Symbol taucht auch auf dem Geld aus Alexandria immer wieder auf: der Botenstab, der Friedensunterhändler auszeichnet. Im 3. Jh. n. Chr. kommt es zu einer „Inflation des Friedens“, indem auf den Münzen entgegen der tatsächlichen kriegerischen Gesamtsituation die Göttin Pax (8) allgegenwärtig ist. Und selbst der Kriegsgott Mars (9) kann als Friedensstifter angerufen werden (Marti Pacifero)!

Friedenssymbolik findet sich auch auf Alltagsgegenständen wie Knöpfen (10+11).

Objekt 1| Münze (Sesterz) / geschlossener Janustempel als Zeichen für Frieden

Objekt 2| Münze (As) / Pax

Objekt 3| Münze (As) / Pax

Objekt 4| Münze (As) / Pax

Objekt 5| Münze (Tetradrachme) / Büste der Eirene

Objekt 6| Münze (Tetradrachme) / Eirene

Objekt 7| Münze (Tetradrachme) / Eirene

Objekt 8| Münzen (Doppeldenare) / Pax

Objekt 9| Münze (Doppeldenar) / Mars, der friedensstiftende

Objekt 10| Knopf mit Friedenssymbolik

Objekt 11| Knopf mit Friedenssymbolik

Objekt 1 | Münze (Sesterz) / geschlossener Janustempel als Zeichen für Frieden

Münze (Sesterz) / geschlossener Janustempel als Zeichen für Frieden
aus Buntmetall – 26,61 g; Dm 31,3 mm; Stempelstellung 7 h
geschlossener Janustempel als Zeichen für Frieden im Römischen Reich: Die Legende lautet übersetzt: Nachdem der Friede des römischen Volkes zu Lande und zu Wasser hergestellt wurde, schließt er (Kaiser Nero) den Janustempel auf Beschluss des Senates.

66 n. Chr. unter Kaiser Nero in Rom geprägt
Inv. M 2840 – Stiftung eines Münsteraners
Diese Münze weist eine Besonderheit auf, die sie mit nur zwei weiteren Münzen in Amsterdam und Paris gemein hat: Der Stempelschneider hat auf der Rückseite zwei Buchstaben vergessen: PARTA NVM statt PARTA IANVM.
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID10

Objekt 2 | Münze (As) / Pax

Münze (As) / Pax
aus Buntmetall – 11,93 g; Dm 27,00 mm; Stempelstellung 6 h
Friedensgöttin Pax mit geflügeltem Botenstab (caduceus) und Zweig

geprägt unter Kaiser Vespasian (reg. 69–79 n. Chr.) 74 n. Chr. in Rom
Inv. M 2052 – ehemals Sammlung Apostolo Zeno
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID724

Objekt 3 | Münze (As) / Pax

Münze (As) / Pax
aus Buntmetall – 12,96 g; Dm 27,9; Stempelstellung 6 h
Friedensgöttin Pax mit geflügeltem Botenstab (caduceus) und Zweig

80–81 n. Chr. geprägt unter Kaiser Titus in Rom
Inv. M 2066 – ehemals Sammlung Apostolo Zeno
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID152

Objekt 4 | Münze (As) / Pax

Münze (As) / Pax
aus Buntmetall – 9,60 g; Dm 25,73; Stempelstellung 7 h
Friedensgöttin Pax mit geflügeltem Botenstab (caduceus) und Zweig

geprägt unter Kaiser Titus (re. 79–81 n. Chr.) in Rom
Inv. M 2068 – ehemals Sammlung Apostolo Zeno
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID2897

Objekt 5 | Münze (Tetradrachme) / Büste der Eirene

Münze (Tetradrachme) / Büste der Eirene
aus Billon (Legierung aus Silber und Kupfer) – 10,81 g; Dm 27 mm; Stempelstellung 12 h
Gewandbüste der Eirene mit Schleier und Botenstab (kerykeion)

geprägt unter Kaiser Otho 69 n. Chr. in Alexandreia / Ägypten
Inv. M 1647 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID450

Objekt 6 | Münze (Tetradrachme) / Eirene

Münze (Tetradrachme) / Eirene
aus Billon (Legierung aus Silber und Kupfer) – 11,42 g; Dm 25 mm; Stempelstellung 12 h
stehende Eirene, im rechten Arm ein Botenstab (kerykeion), auf der linken Hand ein Helm

geprägt unter Kaiser Nero (reg. 54–68 n. Chr.) 58–59 n. Chr. in Alexandreia / Ägypten
Inv. M 1640 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID442

Objekt 7 | Münze (Tetradrachme) / Eirene

Münze (Tetradrachme) / Eirene
aus Billon (Legierung aus Silber und Kupfer) – 6,85 g; Dm 25 mm; Stempelstellung 11 h
stehende Eirene, in der vorgestreckten rechten Hand zwei Ährenhalme, im linken Arm ein Botenstab (kerykeion)

geprägt unter Kaiser Vespasian (reg. 69–79 n. Chr.) 69–70 n. Chr. in Alexandreia / Ägypten
Inv. M 1649 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID452

Objekt 8 | Münzen (Doppeldenare) / Pax

Münzen (Doppeldenare) / Pax
aus Bronze
stehende Pax, in der erhobenen rechten Hand ein Zweig, in der gesenkten linken Hand ein langes Zepter

geprägt im Gallischen Sonderreich unter Kaiser Victorinus (reg. 269–271 n. Chr.) in Köln oder Trier
Inv. z.B. M 5693. 5698. 5701. 5705 – ehemals Sammlung Hans-Joachim Pfeiffer
für weitere Informationen z.B.:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID468
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID464
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID465
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID472

Objekt 9 | Münze (Doppeldenar) / Mars, der friedensstiftende

Münze (Doppeldenar) / Mars, der friedensstiftende
aus Bronze – 3,76 g; Dm 23 mm; Stempelstellung 11 h
Kriegsgott Mars mit Helm, Panzer, Feldherrengürtel (paludamentum) und Stiefeln, in der rechten Hand ein Olivenzweig, in der linken Speer und Rundschild; die Legende nennt den friedensstiftenden Mars – Marti pacifero.

geprägt unter Kaiser Gallienus (reg. 260–268 n. Chr.)
Inv. M 2522 – ehemals Sammlung Apostolo Zeno
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID962

Objekt 10 |  Knopf mit Friedenssymbolik

Knopf mit Friedenssymbolik
aus Bronze
verziert mit Friedenssymbolik: der Botenstab des Merkur (caduceus) zwischen zwei gekreuzten gefüllten Füllhörnern. Durch Verhandlungen erreichter Friede führt zu Reichtum.

römisch
Inv. 2258 – ehemals Sammlung Peter Weiß

Objekt 11 |  Knopf mit Friedenssymbolik

Knopf mit Friedenssymbolik
aus Bronze
verziert mit Friedenssymbolik: der Botenstab des Merkur (caduceus) zwischen zwei gekreuzten gefüllten Füllhörnern. Durch Verhandlungen erreichter Friede führt zu Reichtum.

römisch
Inv. 2259 – ehemals Sammlung Peter Weiß

Objekt 11 | Duftölgefäß / Liebesgott Eros

Duftölgefäß / Liebesgott Eros
aus Ton
aus Athen (attisch-rotfigurig)
Man erkennt den Liebesgott Eros an seiner kindlichen Gestalt mit Flügeln. Sein unsicheres Stehen mit vorgestreckten Händen ist nicht zu interpretieren.

ca. 420 v. Chr. – Gruppe von Palermo 16
Inv. 42 – in Selinunt erworben

Objekt 12 | Trinkschale, sogenannte Augenschale / Meeresgott – Triton?

Trinkschale, sogenannte Augenschale / Meeresgott – Triton?
aus Ton
aus Athen (attisch-schwarzfigurig)
Der Meeresgott ist als Mischwesen von menschenförmigem Oberkörper und Unterkörper in Form einer Seeschlange mit Fischschwanz wiedergegeben.

ca. 525–500 v. Chr.
Inv. L GV 251 – Dauerleihgabe der Stadt Grevenbroich
Die Benennung dieses Meeresgottes ist nicht mit Sicherheit zu finden: durch Beischriften sind z.B. Triton oder Nereus bezeugt.

Objekt 13 | Duftölgefäß (lekythos) / Athena in ihrem Heiligtum

Duftölgefäß (lekythos) / Athena in ihrem Heiligtum
aus Ton
aus Athen (attisch-weißgrundig, schwarzfigurig bemalt)
Die Göttin Athena sitzt auf einem Klappstuhl in ihrem Heiligtum und vollführt ein Spendeopfer mithilfe einer Schale (phiale) in ihrer Rechten. Sie trägt ein Leibgewand (chiton) und über dem Oberkörper einen geschuppten Umhang mit Schlangensaum (aigis). Sie ist als kriegerische Göttin durch Helm, Lanze und Schild ausgezeichnet. Das Heiligtum ist durch die beiden rahmenden dorischen Säulen und den Altar rechts von Athena angedeutet.

ca. 500–490 v. Chr. – Athena-Maler
Inv. 5637 – ehemals Sammlung Dietmar Jordan
Da nur die wenigsten Vasenmaler ihre Gefäße signiert haben, nutzt die Wissenschaft Hilfsnamen, die sich z.B. von einem Motiv, einem Stück in einem Museum oder dem Namen eines Vorbesitzers ableiten lassen. Wie auch unsere lekythos verdeutlicht, war der Athena-Maler auf die Darstellung der Stadtgöttin von Athen spezialisiert.

Objekt 14 | Statuette / Athena

Statuette / Athena
aus Ton
aus Unteritalien
Athena ist in ein hochgegürtetes Gewand gekleidet. Die Brust bedeckt eine Aigis mit Gorgoneion – eine Schutzwaffe; seitlich ein Schild; den Kopf bedeckt ein einzigartiger Helm, der von einem Greifvogel bekrönt ist.

ca. 100 v. Chr.
Inv. 808 – ehemals Sammlung Dietmar Jordan

Objekt 15 | Münze / Tetradrachme

Münze / Tetradrachme

aus Silber

in Athen geprägt

Münze (Tetradrachme) / Athena
aus Silber, 17,15 g; Dm 25 mm; Stempelstellung 9 h
Kopf der behelmten Athena mit Ohrring und Halskette nach rechts

ca. 450–404 v. Chr. in Athen geprägt
Inv. M 792 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen: https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID1202

Objekt 16 | Reliefplakette / Zeus

Reliefplakette / Zeus
aus Ton
aus Tarent
Der stehende Zeus ist in einen Mantel gehüllt, der den Oberkörper frei lässt. Er stützt sich mit seiner erhobenen Rechten auf ein Szepter. Rechts neben ihm befindet sich ein Pfeiler auf dem der ihm zugeordnete Adler steht.

ca. 300-280 v. Chr.
Inv. 1006 – ehemals Sammlung Eheleute Görtz-Strötgen

Objekt 17 | Lampengriff (?) / Apollo

Lampengriff (?) / Apollo
aus Ton
aus Ägypten
Das Fragment zeigt Apollo in langem Gewand mit Saiteninstrument (kithara).

ca. 100 n. Chr.
Inv. 356 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn

Objekt 18 | Statuette / Artemis

Statuette / Artemis
aus Ton
aus Syrakus
Artemis ist als Göttin der Jagd mit zwei Wurfspeeren und einem Hund wiedergegeben. Sie trägt ein kurzes, gegürtetes Leibgewand (chiton), um ihren linken Arm gewickelt einen Mantel und Stiefel. Ihre rechte Hand ist in einem Grußgestus zum Kopf heraufgenommen.

ca. 410–390 v. Chr.
Inv. 1068 – ehemals Sammlung Eheleute Görtz-Strötgen

Objekt 19 | Reliefplakette / Diana

Reliefplakette / Diana
aus Silber
Diana läuft in kurzem Gewand nach rechts, sie greift mit ihrer Rechten zum Köcher, um einen Pfeil zu entnehmen; in ihrer Linken der Bogen, unter ihr ein Hirsch, rechts ein Hund und oben zwei Vögel. Im Hintergrund befinden sich Pflanzen, die einen Wald symbolisieren.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. L GE H 35 – Dauerleihgabe der Stadt Gelsenkirchen
Derartige Silberbleche werden Gottheiten geweiht.

Objekt 20 | Münze (Didrachme) / Flussgott Gelas

Münze (Didrachme) / Flussgott Gelas
aus Silber, 8,29 g; Dm 20 mm; Stempelstellung 4 h
aus Gela
Vorderteil eines stoßenden menschengesichtigen Stieres, das den Flussgott Gelas darstellt

ca. 490/485-480/475 v. Chr.
Inv. M 369 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID4578

Objekt 21 | Münze / Flussgott Nil

Münze / Flussgott Nil
aus Buntmetall, 29,38 g; Dm 37 mm; Stempelstellung 12 h
Der Flussgott Nilus sitzt im Hüftmantel auf einem Felsblock, in seiner rechten Hand hält er ein Füllhorn (cornucopia), in seinem linken Arm ein Schilfrohr; unter dem Ellbogen ein Nilpferd. Die Legende nennt das 16. Jahr der Regierungszeit des Kaisers Hadrian.

im Jahr 131/132 n. Chr. unter Kaiser Hadrian in Alexandria / Ägypten geprägt
Inv. M 1692 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID639

Objekt 22 | Statuette / Flussgott Orontes

Statuette / Flussgott Orontes
aus Bronze
aus Syrien (?)
Der Flussgott Orontes ist als Halbfigur mit nacktem Oberkörper in Kraulbewegung wiedergegeben. Er gehört ursprünglich zu einer Statuette der auf einem Berg hockenden Stadtgöttin Tyche von Antiocheia (Antakya/Türkei), unter deren Füßen er aus dem Wasser herausschaut. Die Gruppe ist kopiert nach einer Skulptur, die Anfang des 3. Jh. v. Chr. durch den Künstler Eutychides geschaffen worden ist.

ca. 1–300 n. Chr.
Inv. L GE H 79 – Dauerleihgabe der Stadt Gelsenkirchen.
Vor dem Bauch des Flussgottes ist ein sogenannter Quellkasten ausgeformt, der verdeutlicht, dass die Statuette der Tyche mit Orontes in einem Zusammenhang mit einer Brunnenanlage aufgestellt worden ist.

Objekt 23 | Büste der Stadtgöttin von Antiocheia

Büste der Stadtgöttin von Antiocheia
aus Ton
aus Syrien, gemäß des Vorbesitzers in Aleppo erworben
Die Büste geht auf eine Statuette der auf einem Berg hockenden Stadtgöttin Tyche von Antiocheia (Antakya/Türkei) zurück, unter deren Füßen der aus dem Wasser herausschauende Flussgott Orontes wiedergegeben ist. Diese Skulptur ist Anfang des 3. Jh. v. Chr. durch den Künstler Eutychides geschaffen worden.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. 4678 – ehemals Münsteraner Sammlung

Objekt 24 | Fragment einer Priesterkrone / Porträtbüsten eines Kaiserpaares

Fragment einer Priesterkrone / Porträtbüsten eines Kaiserpaares
aus Anatolien / Türkei
aus Bronze
Erhalten sind eine gepanzerte Büste eines bärtigen Kaisers und eine Büste einer Kaiserin mit sogenannter Nestfrisur, die typisch für die antoninische bis severische Zeit ist. Kaiserhausbildnisse an Kronen gehören zur Kennzeichnung des Oberpriesters des Kaiserkultes.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. 807 – ehemals Sammlung aus der Umgebung von Izmir
Diese wohl ehemals für eine Bronzestatue geschaffene Stück gehört zu einer aus lediglich sieben Fragmenten überlieferten Gruppe.

Objekt 25 | Köpfchen / Serapis

Köpfchen / Serapis
aus Marmor
aus Ägypten, erworben in Kairo
Dieses Marmorköpfchen kann als das des Gottes Serapis benannt werden. Zum einen sprechen die Frisur und der Bart dafür, zum anderen der auf dem Kopf stehende Getreidebehälter (modius). König Ptolemaios I. stiftet den neuen Kult des Serapis, um eine Gottheit für beide Bevölkerungsgruppen seines Reiches – Griechen und Ägypter – zu schaffen. Er setzt sich zusammen aus griechischen Elementen des Zeus und des Hades sowie ägyptischen des Apis und Osiris zusammen.

ca. 190 – 250 n. Chr.
Inv. 110 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn

Objekt 26 | Büste / Isis

Büste / Isis
aus Marmor
aus Ägypten
Die Gewandbüste einer Frau mit Diadem ist durch den Isisknoten als Angehörige des ägyptischen Isiskultes zu benennen. Dass die Göttin selbst gemeint ist, kann die fehlende Kopfbedeckung – Sonnenscheibe, Kuhhörner und Schlange – stützen.

ca. 100–200 n. Chr. nach einem hellenistischen Vorbild
Inv. 589 – ehemals südwestfälische Sammlung
Der Isiskult verbreitet sich im Mittelmeergebiet ca. 200–1 v. Chr. insbesondere über die Insel Delos und gelangt in dieser Zeit auch bis Pompeji.

Objekt 27 | Münze / Isis/Demeter

Münze / Isis/Demeter
aus Buntmetall, 19,74 g; Dm 29 mm; Stempelstellung 12 h
Kopf der Isis/Demeter mit Ährenkranz.

unter König Ptolemaios VI. ca. 180–169 v. Chr. in Alexandreia / Ägypten geprägt
Inv. M 1616 – ehemals Sammlung Theobald Bieder
für weitere Informationen:
https://archaeologie.uni-muenster.de/ikmk/object?id=ID2643

Objekt 28 | Anhänger in Form des Kindgottes Harpokrates

Anhänger in Form des Kindgottes Harpokrates
aus blauem Glas
aus dem östlichen Mittelmeergebiet
Harpokrates ist der griechische Name des ägyptischen Horuskindes. Die Geste des an den Mund geführten Zeigefingers ist nach ägyptischer Weise ein Zeichen für Kinder.

ca. 100 v. – 50 n. Chr.
Inv. 2434 – ehemals Sammlung Ernst-Ulrich Walter

Objekt 29 | Reliefscheibe / Mithras

Reliefscheibe / Mithras
aus Marmor
Nur im unteren Drittel erhalten ist diese runde Reliefscheibe doch sicher rekonstruiert worden. Sie zeigt den stiertötenden Mithras, rechts und links Cautes und Cautopates, die gemäß der erhobenen bzw. gesenkten Fackel für den Sonnenlauf- bzw. -untergang stehen. Eine Schlange trinkt das heilsbringende Blut aus der Wunde. Ein Löwe und ein Gefäß sind unten links abgebildet.

ca. 200–320 n. Chr.
Inv. 326 – ehemals Sammlung Otto Rubensohn
Der Mysterienkult des Mithras ist im Römischen Reich Ende des 3. Jh. n. Chr. ebenso beliebt wie die christliche Religion. Allerdings sind die sehr kleinen Gemeinden mit bis zu maximal 30 Mitgliedern nur eingeweihten Männern zugänglich. Warum sich das Christentum schließlich durchsetzt, ist bis heute nicht sicher geklärt.

Objekt 30 | Statuette / Mithras oder Attis

Statuette / Mithras oder Attis
aus Bronze
aus Anatolien
Der Gott ist in orientalischer Tracht wiedergegeben: Hosen, Ärmelgewand und Mantel sowie Tiara. Seine abgebrochenen Arme sind durch Vergleichsstücke zu ergänzen, sein rechter gesenkt mit einer Spendeschale, sein linker ein Zepter haltend erhoben. Benannt werden kann die Figur nicht sicher. Entweder stellt sie Mithras oder Attis dar. Zu Mithras s. Nr. 29. Attis ist eine Figur der griechisch-phrygischen Mythologie, die ursprünglich mit der mehrgeschlechtlichen Agdistis vereint ist. Durch deren Kastration wird sie zur Göttin Kybele und aus den Genitalien wird der Jüngling Attis. Demzufolge bilden beide weiterhin ein Paar, doch Attis wird untreu und von Kybele durch Wahnsinn bestraft und stirbt in Folge einer Selbstentmannung. Sein Kult wird von Kybele eingerichtet und ist durch orgiastische Riten bestimmt. Aufgrund eines Schriftzeugnisses, das einen Mysten des Attis nennt, wird die Verehrung des Attis in einem Mysterienkult angenommen.

ca. 1 – 300 n. Chr.
Inv. 2717 – ehemals westfälische Sammlung

Objekt 31 | Skulpturengruppe / Kapitolinische Trias

Skulpturengruppe / Kapitolinische Trias
Kopie aus Gussstein nach einem Marmor-Original in Trier, Rheinisches Landesmuseum, Inv. ST 3196
Diese Skulpturengruppe zeigt die im höchsten Heiligtum des Römischen Reiches, dem Tempel des Jupiter auf dem Kapitol in Rom, verehrte Dreiheit der Götter Jupiter, Juno und Minerva – die Kapitolinische Trias. Sie sitzen auf einer gemeinsamen Thronbank mit rankenverzierter Rückenlehne und stützen ihre Füße auf kleine Schemel. Das Weihgeschenk spiegelt jedoch nicht die Kultbilder der drei Götter im stadtrömischen Tempel des kapitolinischen Jupiter wider, sondern geht auf die Darstellung der in Reliefs und Münzdarstellungen gut überlieferten Gruppe im Giebel des Tempels zurück, den Kaiser Domitian im späten 1. Jh. n. Chr. nach einem Brand des Vorgängerbaus errichten ließ.

ca. 100–200 n. Chr.
Inv. A 376
für weitere Informationen:
https://westfalen.museum-digital.de/object/2799

Objekt 32 | Statuette / sogenannter Thrakischer Reiter

Statuette / sogenannter Thrakischer Reiter
aus Marmor
aus dem Balkangebiet
Das Fragment zeigt den sogenannten Thrakischen Reiter, ein Heros zu Pferde, der von allen Bevölkerungsschichten in den römischen Provinzen Mösien, Dakien und Pannonien verehrt wird.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. L GV 395 – Dauerleihgabe der Stadt Grevenbroich
Während Reliefs des sogenannten Thrakischen Reiters in bis zu 3.000 Exemplaren überliefert sind, sind derart rundplastische Exemplare wie das in Münster extrem selten.

Objekt 33 | Reliefplakette / Weihung an die Große Göttin und den sogenannten Donauländischen Reiter

Reliefplakette / Weihung an die Große Göttin und den sogenannten Donauländischen Reiter
aus Bronze (?)
aus dem Balkangebiet – römische Provinz Moesia Inferior
Die Reliefplakette – im Umriss wie eine Tempelfront geformt – zeigt den sogenannten Donauländischen Reiter vor der Großen Göttin. Er ist als siegreich gekennzeichnet durch die Siegesgöttin, die auf ihn zufliegt und ihn bekränzt, sowie den besiegten Toten unter seinem Pferd. Viele weitere Symbole lassen sich den beiden Gottheiten in ihren verschiedenen Wirkungsbereichen zuordnen.

ca. 100–300 n. Chr.
Inv. 4608 – ehemals rheinischer Privatbesitz
Obwohl dieses Stück ohne Fundangabe in diese Museumssammlung gelangt ist, kann man es der römischen Provinz Moesia Inferior oder den Nachbarprovinzen zuschreiben, da die Form, aus der diese Plakette stammt, in Mihailovgrad/Bulgarien gefunden worden ist.

Objekt 34 | Fragment einer Statuette / Pan

Fragment einer Statuette / Pan
aus Marmor
wohl gefunden in Lousoi/Arkadien (Peloponnes/Griechenland)
Das Fragment der nur im Oberkörper erhaltenen Statuette zeigt den Hirtengott Pan, denn die kleinen Hörner im Haar und die Panflöte in seiner rechten Hand sichern diese Identifikation.

ca. 350–300 v. Chr.
Inv. 105 – ehemals Sammlung Rubensohn
Da die Rückseite nur grob bearbeitet ist, ist dieses Stück entweder nie fertig gestellt worden oder für eine Aufstellung in einer Nische gedacht, so dass die Rückseite nicht sichtbar ist.

Objekt 35 | Statuette des Gottes Ares / Mars

Statuette des Gottes Ares / Mars
aus Kalkstein
aus Anatolien
Der unbärtige Kriegsgott Ares / Mars trägt über einem kurzen Gewand einen Brustpanzer mit Lederlaschen (pteruges) und Feldherrenbinde (cingulum) sowie einen kurzen Mantel als Bausch auf seiner linken Schulter und um seinen linken Arm geschlungen. Seinen Kopf bedeckt ein korinthischer Helm mit geteiltem Helmbusch. An seiner linken Seite steht ein ovaler Schild. Trotz der sehr beeinträchtigten Oberfläche kann in Höhe der Brust ein Gorgoneion (ein übelabwehrendes Zeichen benannt nach Gorgo Medusa, deren Blick die Menschen in Stein verwandeln kann) ausgemacht werden.

ca. 1–200 n. Chr.
Inv. 2300 – ehemals Sammlung Ernst-Ulrich Walter